Was ist ein Faradayscher Käfig? Und warum auch Ihr Autoschlüssel einen gebrauchen kann

Wer schon einmal bei einem kräftigen Gewitter im Auto saß, hat es sicher gehört: Bleiben Sie sitzen, im Auto sind Sie sicher. Das stimmt, aber meist aus einem anderen Grund, als man denkt. Es sind nicht die Gummireifen, die Sie schützen. Es ist die Karosserie aus Metall um Sie herum. Sie wirkt wie ein Faradayscher Käfig, und dasselbe Prinzip steckt in Dingen, die Sie täglich benutzen, von der Mikrowelle bis zu der kleinen Box, in der Sie Ihren Autoschlüssel aufbewahren.
Wie funktioniert ein Faradayscher Käfig?
Der Naturforscher Michael Faraday baute 1836 einen Raum, den er vollständig mit Metallfolie auskleidete. Von außen setzte er ihn starken elektrischen Ladungen aus und ging selbst mit einem Messgerät hinein. Drinnen maß er nichts.
Das ist der Kern. Eine Hülle aus leitendem Material, etwa Metall oder metallhaltiger Stoff, fängt elektrische Ladung und elektromagnetische Wellen an der Außenseite ab und leitet sie um den Innenraum herum. Was drinnen ist, bekommt davon wenig mit. Es funktioniert auch umgekehrt: Ein Signal, das im Inneren des Faradayschen Käfigs ausgesendet wird, kommt nicht nach draußen.
So ein Käfig muss keine geschlossene Box sein. Ein feines Metallnetz funktioniert auch, solange die Löcher klein genug sind. Wahrscheinlich haben Sie eines zu Hause: in der Tür Ihrer Mikrowelle. Sie schauen einfach hindurch, aber die Wellen der Mikrowelle bleiben drinnen.
Ein Faradayscher Käfig kann auch so groß sein, dass Sie selbst darin stehen. Wir fertigen einen als Zelt: den Faradayschen Käfig von 200 mal 200 mal 230 Zentimetern, mit eigenem Rahmen.
Wovor schützt ein Faradayscher Käfig?
Ein Faradayscher Käfig hält drahtlose Signale ab: Funkwellen, Mobilfunk, WLAN, Bluetooth, GPS und die Signale, mit denen Karten und Schlüssel kontaktlos kommunizieren. Was darin liegt, kann weder senden noch empfangen.
Darin liegt auch gleich die Grenze. Ein Faradayscher Käfig ändert nichts an dem, was außerhalb geschieht, und wie gut er wirkt, hängt vom Material ab und davon, wie gut er schließt. Ein Spalt oder eine offene Klappe reicht, um ein Signal durchzulassen. Deshalb steht weiter unten bei jeder Anwendung, wie Sie selbst prüfen, ob es funktioniert.
Keyless-Go und der Relay-Angriff
Viele Autos öffnen Sie heute, ohne den Schlüssel aus der Tasche zu nehmen: Das Auto merkt, dass der Schlüssel in der Nähe ist, und entriegelt. Das nennt sich Keyless Entry oder Keyless-Go.
Diebe nutzen das geschickt aus. Mit einem Gerät an Ihrer Haustür fangen sie das Signal des Schlüssels auf, der drinnen liegt, und leiten es zum Auto weiter. Das Auto glaubt, Sie stünden davor, und öffnet. Das nennt man einen Relay-Angriff: Es geht nichts kaputt, und Sie hören nichts davon.
Liegt Ihr Schlüssel in einem Faradayschen Käfig, gibt es kein Signal, das sich auffangen ließe.
Zu Hause ist eine Faraday Box für den Autoschlüssel am praktischsten: eine kleine Box an der Haustür, in die Sie den Schlüssel legen, wenn Sie heimkommen. Denken Sie dabei auch an den Ersatzschlüssel. Der liegt oft in einer Schublade im Flur und sendet genauso ein Signal. In der Box ist Platz für beide.
Unterwegs, in der Jackentasche oder Handtasche, nutzen Sie eine Faraday-Hülle für den Autoschlüssel. Im Büro, im Restaurant oder bei einer Feier hängt Ihre Jacke oft direkt an der Tür, und damit auch nicht weit vom Parkplatz.
Ob es funktioniert, prüfen Sie ganz einfach. Legen Sie den Schlüssel in die Box oder die Hülle, schließen Sie sie gut, gehen Sie zum Auto und ziehen Sie am Türgriff. Bleibt das Auto zu, ist alles in Ordnung. Wiederholen Sie das ab und zu, vor allem bei einer Hülle, die schon eine Weile im Einsatz ist.
Das Handy einmal wirklich weg
Ein Handy in der Schublade ist immer noch ein Handy, das brummt. In einer Faraday-Tasche ist es wirklich einmal weg. Es kommen keine Nachrichten, Benachrichtigungen oder Anrufe an, und es gibt auch keinen Standort weiter.
Manche machen das bewusst beim Essen oder abends ab einer bestimmten Uhrzeit, andere bei einem Treffen, bei dem sie wirklich da sein wollen. Der Flugmodus tut im Prinzip dasselbe. Aber ein Handy, das außer Sicht in einer Tasche steckt, lockt weniger als eines, das mit dem Display nach unten auf dem Tisch liegt. Haben Sie zu Hause schon eine Faraday Box für Ihren Autoschlüssel, dann passen die meisten Handys auch dort hinein: ein fester Platz im Flur, an dem Schlüssel und Handy abends gemeinsam Pause haben.
Zwei Dinge sollten Sie wissen. Solange Ihr Handy in der Tasche steckt, sind Sie auch im Notfall nicht erreichbar und können selbst keinen Notruf wählen. Und ein Handy, das keinen Empfang findet, sucht weiter, was Akku kostet. Wenn Sie es länger weglegen, schalten Sie vorher den Flugmodus ein.
Auch hier testen Sie selbst: Stecken Sie Ihr Handy in die Tasche, schließen Sie sie gut und rufen Sie sich von einem anderen Telefon aus an. Klingelt es nicht, funktioniert es.
Jede Woche etwas Neues
Wir schreiben wöchentlich über Wasser, energetische Produkte und Frequenzen — und darüber, was uns in der Praxis begegnet. Kein Verkaufsgerede, sondern das, was wir selbst untersucht und gemessen haben.
Für wen lohnt es sich?
Hat Ihr Auto Keyless-Go, dann ist eine Faraday Box oder Hülle für den Schlüssel ein kleiner Aufwand. Vor allem, wenn der Schlüssel zu Hause nicht weit von der Haustür liegt, und das ist in den meisten Häusern so.
Über RFID und NFC, die Technik hinter kontaktlosen Schlüsseln und Karten, schreiben wir bald einen eigenen Beitrag.






